Ein gutes Sakko kann lange halten und jeden Tag gut aussehen. Dafür braucht es keine teure Pflege, nur sieben Handgriffe, die viele übersehen.

Genauer gesagt sind es sieben Fehler, die sich leicht vermeiden lassen. Manche passieren schon im Geschäft, bevor Sie an der Kasse stehen, andere zu Hause oder im Büro. Und weil nicht jeder meiner Kunden Anzug trägt: Alles gilt auch für das Sakko.

 

  1. Beim Einkauf den Knittertest auslassen

Der erste Fehler passiert schon im Geschäft. Drücken Sie ein Stück Stoff einige Sekunden fest in der Hand zusammen. Lassen Sie los und schauen Sie, was passiert. Bleiben die Falten stehen, knittert der Stoff auch im Alltag, beim Sitzen, im Auto, im Zug. Und dann wirken Sie zerknittert, egal wie teuer das Sakko war.

Glätten sich die Falten von selbst, hält der Stoff Ihren Tag aus. Leinen und reine Baumwolle knittern naturgemäß stärker, Wolle und Mischgewebe erholen sich in der Regel besser. Das ist eine Faustregel, aber der Test am konkreten Stück sagt mehr.

 

  1. Jackentaschen als Stauraum benutzen

Schlüssel, Smartphone, Portemonnaie, Kugelschreiber: Alles, was in die Innen- und Außentaschen wandert, verbeult die Form und belastet auf Dauer die Nähte. Beim Sakko sieht man es sofort, die Taschenpartie wölbt sich, zieht sich nach unten und die ganze Silhouette kippt.

Mein Rat: Lassen Sie die äußeren Taschen zugenäht, so wie das Sakko im Geschäft hängt. Dann kommen Sie gar nicht erst auf die Idee, sie zu füllen, und die Linie bleibt glatt. Alles, was Sie dabeihaben müssen, gehört in eine Businesstasche, und wenn es ein Stift sein muss, dann im Etui.

Und wenn Sie ohne Tasche unterwegs sind? Dann teilen Sie auf, und zwar in den Innentaschen:

  • Statt der dicken Geldbörse: ein schmales Etui für die wichtigsten Karten und etwas Papiergeld. Der Rest bleibt zu Hause oder in der Businesstasche. So macht es mein Mann.
  • Das Handy: in die Innentasche, nicht in die Hosentasche. Wenn sich beim Gehen das Handy durch den Hosenstoff abzeichnet, sieht das schlimm aus. Sonst geben Sie es in die Gesäßtasche.
  • Der Schlüssel: Ein großer Schlüsselbund muss nicht sein. Nehmen Sie nur den Autoschlüssel mit, sonst nichts.
  • Der Stift bleibt zu Hause

Ja ich weiß, das ist zeitaufwendig. Aber ich kenne keine bessere Lösung, um gut auszusehen.

Und wenn Sie doch eine Tasche mitnehmen: Tragen Sie sie bitte nicht als Rucksack oder schwere Umhängetasche über dem Sakko. Die ständige Reibung der Gurte auf den Schultern und unter den Armen raut den Stoff auf, es bilden sich Knötchen (Pilling), und auf Dauer leiden auch die Nähte. Besonders feine Wollstoffe reagieren empfindlich. Besser: eine Aktentasche oder eine Tasche, die Sie in der Hand tragen.

 

  1. Sitzen mit geschlossenem Knopf

Einreihige Sakkos und Blazer werden im Sitzen geöffnet. Das schont Stoff und Knopfleiste und vermeidet Spannfalten am Bauch. Ausnahme: zweireihige Modelle, die dürfen geschlossen bleiben. Öffnen Sie den Knopf am besten schon beim Hinsetzen, und schließen Sie ihn beim Aufstehen wieder. 

 

  1. Der falsche Bügel

Der Drahtbügel aus der Reinigung ist der Feind jeder Schulterpartie. Er hinterlässt Dellen, und die sieht man. Verwenden Sie Bügel aus Holz oder gepolsterte Bügel mit Schulterform. Mein Tipp: Legen Sie sich einen guten Bügel ins Büro, dann hängt das Sakko auch dort anständig.

 

  1. Gar nicht oder zu fest bürsten

Eine weiche Kleiderbürste entfernt Staub und Flusen, bevor sie sich in den Fasern festsetzen. Bürsten Sie in Strichrichtung und ohne Druck, besonders bei feinen Stoffen mit weicher Oberfläche.

 

  1. Zu oft in die Reinigung, statt zwischendurch zu dämpfen

Häufiges Reinigen belastet Fasern und Gewebe. Besser: Hängen Sie Ihr Sakko immer wieder mal an den Dampf oder bügeln Sie es auf. Dampf entspannt die Fasern, glättet Falten und frischt das Stück auf, ohne dass es in die Reinigung muss. Ein Handdampfer oder ein Dampfbügeleisen mit etwas Abstand reicht dafür.

Wenn Sie selbst bügeln, legen Sie ein dünnes Tuch zwischen Eisen und Stoff und halten Sie sich an das Pflegeetikett, denn nicht jeder Stoff verträgt jede Temperatur. Direktes aufpressen kann Glanzstellen hinterlassen. In die Reinigung gehört das Stück nur, wenn es wirklich nötig ist, bei Flecken oder nach der Saison. Bei empfindlichen Stoffen fragen Sie am besten Ihre Reinigung.

 

  1. Das Lieblingsstück jeden Tag tragen

Ja, Sie lieben dieses Sakko. Aber getragene Kleidung braucht Zeit, um sich zu erholen und Feuchtigkeit abzugeben. Tragen Sie Ihr Lieblingsstück nicht jeden Tag, und hängen Sie es nach dem Tragen in der frischen Luft auf. So hält es länger und sieht frischer aus. Ein zweites gutes Sakko im Wechsel ist die beste Investition. Außer Sie tragen jeden Tag Sakko, dann braucht es mehr.

 

Zum Schluss

Ein Sakko ist mehr als Stoff. Es ist ein Teil Ihrer Wirkung. Und wer es gut behandelt, zeigt damit auch, wie er mit sich selbst und seiner Außenwirkung umgeht.

DER ERSTE SCHRITT …

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